Haltungen
Haltungen
Woraus ich handle und wie ich baue. Keine einfachen Lösungen, nur lebendige Wege.
Für komplexe Herausforderungen gibt es keine einfachen Lösungen. Es gibt nur lebendige Wege.
Das Leben entsteht erst beim Hingehen. Und dort entsteht es immer wieder neu. Es ist ein ewiges Beziehungsgeschehen. Darum gibt es keine fertigen Lösungen, die man nur noch umsetzen müsste.
So gehe ich ergebnisoffen, potenzialorientiert und konfliktmutig. Geführt von dem, was kommen will.
Mein Telos sagt, wozu ich da bin. Mein Lebenskompass sagt, wie ich gehe. Die Haltungen auf dieser Seite sagen, wie daraus Werke werden.
Sie sind der Massstab, an dem ich jede Idee prüfe, bevor sie ein Werk werden darf. Ich frage nicht zuerst, was sie einbringt. Ich frage, was sie anrichtet und was sie aufrichtet.
Vom Menschen her
Der Mensch ist nicht faul und nicht feige. Wenn er erkennt, wozu er gerufen ist, und wenn er dafür befähigt wird, handelt er. Die Frage ist nicht, wie wir Menschen zum Handeln bringen. Die Frage ist, wie wir die Bedingungen schaffen, unter denen Handeln selbstverständlich wird.
Innere Arbeit ist keine Nebensache. Bevor jemand frei in der Welt wirkt, muss er sich der eigenen Verletzungen bewusst werden. Er muss sich mit ihnen versöhnen und sich aus den körperlichen Prägungen lösen, die aus ihnen gewachsen sind. Ohne diese Arbeit bleibt jede äussere Veränderung eine Kopie ihrer ungeheilten Quelle. Dafür gibt es den Dōjō zum Schlüssel.
Mystik beschreibt die härteste Wirklichkeit. Sie klammert nichts aus. Unsere gewohnten Zugänge zur Wirklichkeit müssen immer eine Hälfte wegschneiden, um mit der anderen umgehen zu können. Mystik hält das Ganze offen. Sie ist keine Flucht aus der Welt, sondern die Form, in der die Welt überhaupt erst ganz gesehen werden kann. In der Erfahrung der Einheit mit dem Grund aller Dinge werden tiefe Heilung und klares Handeln erst möglich. Woraus ich selbst dabei lebe, steht auf der Seite Was mich trägt.
Nicht kämpfen, sondern bauen
Wir bauen daneben. Wir treten nicht gegen das Bestehende an. Wir erschaffen daneben Tragfähiges und zeigen, dass es funktioniert. Wer sehen will, sieht. Wer nicht, stört uns nicht bei der Arbeit.
Einladungen allein genügen nicht. Aufrufe bewegen wenig. Darum setze ich um, was ich für richtig halte. In echten, kleinen Samen. Beweisen darf ich es in Werken, die wirklich funktionieren und tragen.
Organisationen sind lebendig, oder sie sterben still. Statt starrer Hierarchien brauchen wir Strukturen, in denen Verantwortung und Initiative natürlich fliessen. Hierarchie dient der Ebene, die sie trägt, nicht umgekehrt. Was wir bauen, folgt den Teal-Prinzipien. Evolutionärer Sinn, Ganzheit, Selbstführung. Entschieden wird soziokratisch. Niemand wird überstimmt.
Verantwortung wird wirklich abgegeben. In unseren Unternehmungen wird Verantwortung konsequent bis zur fünften Stufe delegiert. Das ist keine Methode der Freundlichkeit. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen unternehmerische Freiheit erfahren und Verantwortung tragen können.
Mehrwert ohne Ausbeutung
Ich glaube nicht, dass Wirtschaften und Gewissen Gegensätze sein müssen. Aber ich glaube auch nicht, dass es von allein gut wird. Wert entsteht immer irgendwo. Die Frage ist, auf wessen Kosten. Ein Geschäft, das nur funktioniert, weil jemand anderes den wahren Preis bezahlt, ist für mich kein Geschäft, sondern eine Verschiebung von Leid.
Darum muss alles, was ich aufbaue, ohne Ausbeutung tragen. Faire Bedingungen für Menschen. Sorgfalt gegenüber der Umwelt. Ehrlichkeit gegenüber denen, die kaufen. Wenn eine Idee das nicht aushält, ist sie nicht reif. Oder sie ist nicht meine.
Eigentumsverantwortung statt Shareholder-Value. Unsere Unternehmungen sind so gebaut, dass das Erwirtschaftete dem Zweck dient und nicht dem Besitz. Das ist kein Experiment. Es ist eine bewährte Form, die Eigentumsverantwortung (Steward Ownership), übersetzt in unseren Kontext. Wie wir das ordnen, steht bei Eigentum & Verantwortung.
Wohin das Erwirtschaftete fliesst
Ein beständiger Teil des Erwirtschafteten fliesst direkt zu Menschen und Projekten, die konkretes Leiden mindern. Beständig heisst nicht, wenn etwas übrig bleibt. Es heisst von Anfang an eingeplant, als fester Bestandteil dessen, was diese Unternehmungen sind. Umverteilung ist für mich keine Wohltätigkeit, sondern Rückgabe. Wie Geld und Puffer geordnet sind, steht bei Vermögen & Geld.
Gegenwartsfähig wirtschaften
Man spricht viel von Zukunftsfähigkeit. Mir geht es zuerst um Gegenwartsfähigkeit. Gemeint ist ein Wirtschaften, das schon heute niemanden zerstört. Die Zukunft rettet man nicht mit Absichtserklärungen, sondern mit einer Gegenwart, die man verantworten kann.
Dazu gehört Bildungsarbeit. Nicht als Nebenprodukt, sondern als eigentlicher Kern. Junge Menschen sollen wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, hinterfragen und selbst anders gestalten können. Wer früh erlebt, dass es auch anders geht, verlernt es nicht mehr.
Werkzeuge, die dem Menschen gehören
Souveränität über die eigenen Werkzeuge. Wir bauen und fördern Systeme, die dem Menschen gehören, der sie benutzt. Deine Daten bleiben deine. Was du kaufst, gehört dir. Deine Werkzeuge laufen auf deinem Gerät und nicht auf fremden Servern. Wir schliessen uns den Bewegungen an, die das seit Jahren bauen. Open Source, Local First, freie Software, dezentrale Architekturen. Den Trend zur Abhängigkeit gehen wir nicht mit.
KI als Katalysator menschlicher Genialität. Die Rolle des Menschen in einer Welt mit künstlicher Intelligenz ist nicht Konkurrenz, sondern Unersetzlichkeit. Die originalen, organischen, schöpferischen Kräfte des Menschen kann keine KI hervorbringen. Wir stärken diese Kräfte und verbinden sie mit intelligenten Systemen. So entstehen Lösungen, die weder Mensch noch Maschine allein hätten finden können.
Ein wachsender Ort
Diese Haltungen wachsen mit den Werken. Ich stelle lieber wenig vor, das trägt, als viel, das glänzt. Wenn sich unsere Berufungen berühren, findet sich in der Dachunternehmung Schlüssel eine offene Tür.