Ich bin nicht aus mir selbst. Was ich denke, tue und bin, kommt aus der Beziehung zwischen mir, der Welt und Gott. Es kommt von Menschen, die mir vorausgegangen sind. Von Orten, die mich geformt haben. Von Traditionen, in die ich hineingeboren wurde, und von solchen, die ich mir erschlossen habe. Diese Seite ist eine Verneigung vor dem, was mich trägt, nämlich Gott.
Ich bin 1983 in Luzern geboren, als Sohn eines kroatischen Vaters und einer serbischen Mutter (Yugoslavien). Aufgewachsen bin ich in mehreren Sprachen, und alle haben mich geprägt. Das ist wohl der Grund, warum ich heute so viel an Sprache arbeite. Wer in mehreren Sprachen nach den richtigen Worten sucht, weiss früh, dass jede Wirklichkeit grösser ist als die Sätze über sie.
Was mich auszeichnet
Ich vermittle zwischen einem Denken, das linear und kausal vorgeht, und einer Wirklichkeit, die durch Synchronizität, Resonanz und lebendige Beziehung im einzigen Jetzt entsteht. Beides ist real.
Meine Arbeit ist, Menschen und Strukturen aus einer verengten Welt in das hineinzubegleiten, was die Tradition das Reich der Himmel genannt hat. Kein Jenseits, sondern eine Gegenwart, die immer schon da ist und von Ignoranz überdeckt wird. Das Reich Gottes ist schon jetzt und noch nicht zugleich. Es liegt ausserhalb der Raumzeit.
An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. (Joh 14,20)
Einige der alten mystischen Einsichten sind in den letzten hundert Jahren von einer mehrdimensionalen Physik bestätigt worden. Die Nichtlokalität verschränkter Teilchen, die sich der klassischen Vorstellung von Raum entzieht. Die impliziten Ordnungen David Bohms, in denen das Ganze in jedem Teil anwesend ist. Die Synchronizität, die Jung und Pauli gemeinsam als akausales verbindendes Prinzip beschrieben haben. Was die Mystiker gewusst haben, bevor wir Worte dafür hatten, bestätigen heute die emergenten Phänomene der modernen Wissenschaft. Das ist kein Zufall. Es ist dieselbe Wirklichkeit, die sich aus zwei Richtungen zeigt.
Was mich im Letzten trägt
Die christliche freudvolle Botschaft ist die Mitte.
Die Botschaft einer Liebe, die nicht rechnet. Eines Glaubens, der das Leben öffnet. Einer Fülle, die schon hier beginnt und von der Tradition das Reich der Himmel genannt wird. Einer Gewissheit, dass die unsäglichen Leiden dieser Welt und der Tod nicht das letzte Wort haben. Wo ich mich verliere, kehre ich zu dieser einen Botschaft zurück.
Wenn also jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen, siehe, ein Neues ist entstanden.
Aus dieser Erfahrung lebe ich, so gut ich kann. Aus ihr arbeite ich.
Die Schultern, auf denen ich stehe
Ich habe nichts Neues erfunden. Was ich sage, haben andere vor mir tiefer und klarer gesagt. Ich nenne sie, damit sichtbar wird, woraus mein Denken gewoben ist.
Meister Eckhart hat mir beigebracht, die eigenen Bilder, Wünsche und Vorstellungen loszulassen, damit etwas Echteres einziehen kann. Der ungeschaffene Seelenfunken, von dem er spricht, ist für mich keine Metapher, sondern eine Erfahrung.
Elinor Ostrom hat mir gezeigt, dass es jenseits von Markt und Staat einen dritten Raum gibt. Den Raum des gemeinsamen Handelns, in dem Menschen das, was allen gehört, auch gemeinsam verwalten können. Das ist keine Nostalgie, das ist empirisch belegt und heute aktueller denn je.
Carl Gustav Jung hat mir geholfen zu verstehen, dass das, was wir verdrängen, uns regiert. Und dass der Weg zur Heilung durch die Schatten führt, nicht um sie herum.
Und viele weitere haben mich mitgeformt. Krishnamurti, Dorothee Sölle, Dietrich Bonhoeffer, Gautama Siddhartha Buddha, Sri Ramana Maharshi, Eugen Drewermann, Rumi. Und all die Physikerinnen und Philosophen, die erfahren haben, dass unsere Begrenztheit in eine unendliche Mehrdimensionalität eingebettet ist.